Fritz-Erler-Anlage: Intermezzo oder Dauereinrichtung?

23. Februar 2017
Im Rahmen ihrer kommunalpolitischen Aktivitäten „CDU vor Ort“ fanden sich Mitglieder der CDU-Fraktion vor einigen Tagen an den Liegenschaften der ehemaligen Kaserne ein, die mittlerweile für die spontane Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet worden war.

Im vergangenen Jahr waren die Gebäude zeitweise mit über 500 Flüchtlingen in dieser Außenstelle  der Erstaufnahme Gießen des Landes Hessen belegt. Zuständig für die Herrichtung und Erstunterbringung war seinerzeit das Regierungspräsidium in Kassel. Unter Zeitdruck und hohem Aufwand hatte man die ehemaligen Unterkunftsgebäude der Kaserne für eine Nutzungszahl bis 1000 Personen eingerichtet. Die politischen Ereignisse, die zu einem deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen geführt haben, ließen die Bereitstellungskapazitäten inzwischen überflüssig erscheinen. Die organisatorische Zuständigkeit für die Erstaufnahme-Einrichtung in Rothwesten ging im Herbst des vergangenen Jahres dann auf das Regierungspräsidium Gießen über, das die Schließung der Einrichtung  herbeiführte.

Allerdings wird die gesamte Unterbringungs-Kapazität einschließlich der Infrastruktur wie Wasser, Strom- und Heizungsversorgung beibehalten. Das Gelände ist weiterhin eingezäunt und wird durch ständiges Sicherungspersonal bewacht. Dies geschieht, um einem eventuellen Wiederaufflammen von Flüchtlingsströmen spontan begegnen zu können.

Die im Vorjahr noch als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen verwendeten Gebäude und Liegenschaften sind mit einer Zaunanlage, mit Schranken und Wachpersonal gesichert. Die Mitglieder der CDU-Fraktion erfuhren, dass das Gelände weiterhin als „Aufnahme-Reserve“ vom Land Hessen betrieben wird.

Damit befinden sich auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage entlang der Sonnenallee nur noch zwei Unterkunftsgebäude des Landkreises Kassel, in dem sowohl Einzelpersonen als auch Familien mit sog. Bleibe-Erwartung einquartiert sind.

Während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung gab Bürgermeister Karsten Schreiber bekannt, dass der Landkreis Kassel die seit über zwei Jahrzehnten bestehende Flüchtlingsunterkunft in Ihringshausen-West aufgegeben und geräumt habe. Die Beschaffenheit dieser Liegenschaft war Anfang 2015 durch Aktivisten der sog. Flüchtlings-Hilfe Hessen heftig in der Öffentlichkeit kritisiert worden.

Die Gebäude der Flüchtlingsunterkunft Ihringshausen-West wurden mittlerweile durch den Landkreis Kassel geräumt. Sie diente über 20 Jahre lang der spontanen Ausnahme von Flüchtlingen, damals überwiegend vom Balkan stammend, wo heftige Kriegshandlungen stattfanden. Über eine nunmehr weitere Verwendung des Areals ist noch nichts weiter bekannt.