Ein „Nein“„ hat man immer, ein „Ja“ muss man sich erarbeiten

30. April 2018

Am vergangenen Samstag konnten sich Mandatsträger aus Grebenstein, Trendelburg, Immenhausen und Fuldatal über den Bau eines Windparks aus erster Hand informieren und Erfahrungen in der Umsetzung von Windprojekten austauschen. Eingeladen hatte die Energiegenossenschaft Reinhardswald eG, bei der auch die Gemeinde Fuldatal Mitglied ist.

Die Exkursion führte zu dem Windpark „Kreuzstein“ der SUN (Stadtwerke Union Nordhessen) im Kaufunger Wald zwischen Nieste und Wickenrode. Auch Vertreter der Fuldataler CDU nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit Problemen der Energiegewinnung an nordhessischen Standorten zu befassen. Vor Ort konnte die WEA 4 (WindEnergieAnlage 4) von Innen und Außen besichtigen werden.

Informierten sich am Windpark „Kreuzstein“ über aktuelle Entwicklungen: Erhard Rösler Günter Hochapfel, Karl-Georg Schäfer und Alexander Lorch

Für den Vorstand der Energiegenossenschaft erläuterte Danny Sutor die rechtlichen und praktischen Hürden, aber auch die Potenziale der Windkraftanlage im Kaufunger Wald: Auflagen des Naturschutzes, das „Eingriffsminimierungsgebot“, bestandsschonende Ertüchtigung von Waldwegen für die Schwertransporte sowie der teilweise Rückbau der Montage- und Aufstellflächen mussten erfüllt werden. So wurden u.a. Standorte von Schwarzstorch und Fledermaus, aber auch von Amphibien und Haselmaus berücksichtigt. Aber auch die Leitungsführung der einzelnen Windräder zu einem Einspeisepunkt, der die erzeugte Energie aufnehmen und ins lokale Netz einspeisen kann, musste gelöst werden.

Am Windpark „Kreuzstein“ stehen 8 Anlagen mit jeweils 3 MW (3 Millionen W oder 3.000 kW). Die Windmühlen haben am Boden einen Durchmesser von 13,5 m und eine Nabenhöhe von 149 m. Der Rotorendurchmesser beträgt 101 m mit einer Fläche von gut 8.000 m², an denen der Wind mit über 7 m/s aktiv werden kann. Zum Vergleich: Der Berliner Funkturm ist nur knapp 147 m hoch.

 

Der Kaufunger Wald ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Wanderwege, Wege für Mountainbiker und Langlaufloipen mussten im Einklang mit den Arbeiten gewährleistet bleiben. Ein anwesender Wanderführer aus Nieste berichtete, dass die 8 Windmühlen heute sogar als „Wanderthema“ in die eigenen Routenplanungen aufgenommen worden sind.
Auch der Brandschutz wurde thematisiert. Für die Brandverhütung im Wald sind neben Löscheinrichtungen in den jeweiligen Anlagen zusätzliche Löschwasserzisternen in unmittelbarer Nähe verbaut worden.

Dipl.-Ing. Ralf Paschold (Bild: links) beschreibt die Bauphase der Windräder am „Kreuzstein“ und beantwort zahlreiche Fragen der angereisten Kommunalpolitiker.

Für die in der Planung befindlichen Windparks „Langenberg und Farrenplatz“ der Energiegenossenschaft Reinhardswald eG sind Windräder der nächsten Generation vorgesehen. Diese Anlagen sollen sich durch eine noch bessere Effizienz und damit einer deutlich höheren Energieeinspeisung auszeichnen. Durch das Konzept der Beteiligungsmöglichkeit von Kommunen und Bürgern leisten die Windparkanlagen auch einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.